23. April 2019

Groschen gegen Kinderlähmung

Die Geschichte der Polioimpfung

© Bundesarchiv/ Löwe, Zentralbild Löwe 26.3.1960 Neue Impfmethoden gegen Kinderlähmung erstmalig im Kreis Zittau Im Kreis Zittau wurde jetzt erstmalig in unserer Republik der Impfschutz gegen Kinderlähmung in Form von Tropfen, die mit Wasser oder Fruchtsaft verabreicht werden, vorgenommen. Amerikanischen Wissenschaftlern war es zuerst gelungen, einen solchen Impfstoff zu entwickeln, der nach demselben Verfahren u.a. auch in der Sowjetunion hergestellt wird. Dieser Impfstoff wird bereits in vielen Ländern der Welt angewandt und führt zu keinerlei Komplikationen. Nach den vorliegenden Erfahrungen vermittelt dieser neuartige Impfstoff einen noch vollkommeneren Impfschutz, als die alte Methode in Form von Einspritzungen. In den kommenden Wochen und Monaten werden in der gesamten DDR diese Schutzimpfungen nach der neuen Methode durchgeführt mit Impfstoff, der in der Sowjetunion hergestellt wurde. Im Kreis Zittau wurden in kürzester Zeit 30.000 Menschen im Alter von zwei Monaten bis 20 Jahren geimpft. UBz: die Kollegin Margarete Hauptmann von der Hygiene-Inspektion Zittau bei der Verabreichung des neuen Impfstoffes im Kindergarten der Textilwerke Zittau.
© Bundesarchiv/ Löwe, Zentralbild Löwe 26.3.1960

Lange Zeit gab es keine effektiven Mittel, um die Kinderlähmung zu verhindern. Das änderte sich erst, als der US-amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt eine große Spenden­kampagne unterstützte und so die Entwicklung eines Impfstoffs ermöglichte.

Die Kinderlähmung (Poliomyelitis, kurz: Polio) verbreitete in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Angst und Schrecken. Vor allem in warmen Sommern breitete sich das Poliovirus über Schmier- und Tröpfcheninfektion schnell aus, so zum Beispiel 1916, als in New York 27.000 Menschen daran erkrankten und 6.000 starben.

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