Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2007 / 04 S. 11b

Auswahl bei Embryonen ungünstig

Erbgut–Check

Künstlich erzeugte Embryonen (IVF = In-vitro-Fertilisation) werden häufig vor dem Einsetzen in die Gebärmutter untersucht, etwa um herauszufinden, ob bestimmte Erkrankungen der Eltern vererbt wurden
(PID = Präimplantations­diagnostik). Außerdem versuchen Reproduktionsmediziner zu testen, welche zwei (meist werden zwei übertragen) von mehreren Embryonen besonders gute Chancen haben, sich in der Gebärmutter weiter zu entwickeln. Denn sie gehen davon aus, dass dieses Präimplantationsscreening die schlechte Erfolgsrate bei der künstlichen Befruchtung verbessert. Für den Check wird – etwa drei Tage nach der Befruchtung – eine Zelle entnommen und bei einigen ihrer Chromosomen (Träger des Erbguts) nach Auffälligkeiten gesucht. Nur Embryonen mit unauffälligen Chromosomen werden anschließend übertragen. Jetzt hat eine niederländische Studie mit über 400 Frauen zwischen 35 und 41 Jahren ergeben, dass der Check nicht etwa die Zahl der glücklich ausgegangenen IVF erhöht, sondern senkt.1 (Gute Vergleichsstudien fehlten bisher.) Nur 24% der Frauen mit Präimplantationsscreening brachten – nach bis zu drei Befruchtungsversuchen – ein lebendiges Kind zur Welt. Bei Frauen, die die kost­spielige Screening­prozedur nicht machen ließen, waren es dem­gegenüber immerhin 35%.


Quelle
1    NEJM , Bd. 357, Nr. 1, S. 9-17


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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