Ausgabe Nr. 6 November/ Dezember

Liebe Leserin, lieber Leser,
nun ist sie wieder da, die alljährliche Erkältungszeit. Nachdem wir schon vielen Erkältungsmitteln eine Absage erteilt haben, sind Sie sicher gespannt auf unseren Bericht über Erkältungssprays (S. 12). Oder ahnen Sie schon unsere Kritik?
Aus aktuellem Anlass: Durch den Kakao gezogen
Nichts gegen einen leckeren Kakao. Und den lieben Kinder nun mal süß. Aber ob die Abgabe von zuckrigem Kakao und anderen gesüßten Milchgetränken in Kindertagesstätten und Schulen staatlich subventioniert werden sollte, das muss man zumindest hinterfragen.
Nicht nur Valsartan
Die „Geiz-ist-geil“-Mentalität hat sich durchgesetzt, leider auch in weiten Bereichen des Gesundheitswesens. Die Auswirkungen haben hunderttausende Menschen, die auf Arzneimittel angewiesen sind, in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen.
Testen um jeden Preis?
Wer bisher wissen wollte, ob er oder sie sich mit dem Aids-Erreger HIV angesteckt hat, musste einen Arzt, eine Aids-Beratungsstelle oder das Gesundheitsamt aufsuchen. Jetzt gibt es frei verkäufliche HIV-Selbsttests, die sofort ein Ergebnis liefern. Was für Personen mit hohem Risiko eine sinnvolle Sache sein kann, ist für den großen Rest der Bevölkerung fragwürdig.
Ein Keim kommt selten allein
Im Alltag machen wir sie uns selten bewusst, weil wir sie ja nicht sehen: die Mikroben. Keime wie Bakterien, Viren und Pilze umgeben uns in großer Zahl, selbst im gepflegten eigenen Heim. Und sie sind uns noch näher, denn Billionen Bakterien leben auf unserer Haut und siedeln in unserem Darm, wo sie neuerdings in ihrer Gesamtheit als Darm-Mikrobiom bezeichnet werden.
HPV-Impfung für Jungen
Seit Sommer 2018 gibt es eine offizielle Empfehlung, auch Jungen gegen humane Papillomaviren zu impfen, die mit verschiedenen Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden. Wie gut ist die Empfehlung durch Studien abgedeckt? Wir haben uns dazu die Datenlage genauer angesehen.
Niesen, Schniefen und Moneten
Wir haben bereits mehrfach berichtet: Eine Erkältung zu verhindern, ist schwierig, Mittel mit Echinacea oder Vitamin C versagen als Schutz. Doch wie sieht es mit den viel gepriesenen Erkältungssprays aus? Kann man seine Schleimhäute durch eine Art „Beschichtung“ schützen?
Kurz und knapp: Anti-Demenz-Mittel
Seit Jahren verordnen Ärzte häufig bestimmte Präparate gegen Demenz. Es sind dies vor allem Memantin und die sogenannten Cholinesterasehemmer Donepezil, Galantamin sowie Rivastigmin.
Kurz und knapp: Leberschäden
Der Pharmakonzern Bayer wirbt für Iberogast® mit dem Slogan „Mit der Kraft der Natur gegen Magen- und Darm-Beschwerden. Die Kombination aus 9 Heilpflanzen wirkt schnell und effektiv.“
Kurz und knapp: Migräne vorbeugen
Heutzutage plagen sich viele Menschen mit Migräne und probieren eine Menge aus, um den unerträglichen Attacken zu entkommen. Die einen können mit Entspannungsverfahren vorbeugen oder indem sie triggernde Faktoren meiden, andere benötigen Medikamente.
Kurz und knapp: Angeblich unabhängig
Wenn Arzneimittelbehörden wie die US-amerikanische FDA oder die europäische EMA prüfen, ob ein neuer Arzneistoff zugelassen werden kann, dann werden oft auch externe medizinische Experten zurate gezogen.
Wer braucht ein Antibiotikum?
Wenn Arzt oder Ärztin ein Antibiotikum verschreiben, hoffen viele Patienten auf eine rasche Linderung ihrer Beschwerden. Vor allem in der kalten Jahreszeit, in der Infekte grassieren. Andererseits hat fast jeder schon einmal von der Antibiotikaresistenz gehört und fürchtet vielleicht, dass das Medikament bei der nächsten Infektion nicht mehr wirken könnte. Das ist in der Tat ein Problem. Wann also kann man auf ein Antibiotikum verzichten?
Glosse: Ist doch egal – Unabhängig forever
Das ist doch klar. Die Unabhängige Patientenberatung, kurz UPD, ist und bleibt unabhängig, einfach weil sie nun mal so heißt. Oder?
Nachgefragt: Alternativen zur medikamentösen Therapie
Phasen, in denen man niedergeschlagen ist, hat jeder mal im Leben, sie sind nichts Ungewöhnliches. Besonders in der dunklen Jahreszeit leiden viele Menschen unter Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen. Wie lassen sich solche Phasen von echten depressiven Episoden abgrenzen, die ja durchaus auch jahreszeitlich bedingt sein können? Und was lässt sich gegen leichte Depressionen tun? Wir befragten dazu den Psychiater und Psycho­therapeuten Klaus Lieb.
Erkältet oder Nebenwirkung?
Heiserkeit und eine raue Stimme sind oft Anzeichen einer „Erkältung“. Allerdings gibt es auch Medikamente, die die Stimmbänder angreifen und ähnliche Symptome auslösen können.1
Leserbrief: Antidepressiva absetzen
Ich war schon etwas überrascht, als ich in GPSP 5/2018 den Artikel über das Absetzen von Antidepressiva gelesen habe, und möchte dazu einiges bemerken. Ich kann das aus Sicht einer Betroffenen tun, die es grundsätzlich „geschafft“ hat, Psychopharmaka abzusetzen.
Rückblende: Die Entdeckung der Blutgruppen
Blut ist ein ganz besonderer Saft. In der Medizin spielt Blut von jeher eine wichtige Rolle. So versuchte man zum Beispiel bis ins 19. Jahrhundert hinein, mithilfe von Aderlässen Krankheiten zu besiegen. Was die Situation jedoch meist schlimmer machte. Auch Blutübertragungen, die man ab 1829 wagte, endeten oft tödlich. Das änderte sich nach dem 14. November 1901. Bluttransfusionen wurden danach deutlich sicherer. Was war passiert?
Gepanschtes: Riskanten Produkten ist nicht beizukommen
Immer wieder tauchen gepanschte Produkte, vor denen wir früher gewarnt haben, erneut auf. Den Kontrollen folgen offensichtlich öfter keine konsequenten Schritte, um den Handel mit den gefährlichen Produkten zu ­unterbinden.
Werbung – Aufgepasst! Eigentor: Rote Karte für Krankmacher
Die Aktion „Deine Manndeckung“ macht Werbung für die Früherkennung von Prostatakrebs. Dabei wird mit Fußballvereinen kooperiert, um möglichst viele Männer zu erreichen. Hört sich gut an, ist aber problematisch. Auf der Website wird der sogenannte PSA-Test in den Vordergrund gerückt.1 Der ist unzuverlässig. Und er stuft viele Männer als krank ein, die nie in ihrem Leben Probleme mit ihrer Prostata bekommen würden.