Wenn die eigene Erfahrung nicht ausreicht

Placebo
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Als unabhängiges Gesundheitsmagazin nimmt Gute Pillen - Schlechte Pillen Medikamente und andere Behandlungsformen kritisch unter die Lupe. Oft werden sie als nicht hilfreich bewertet, weil ein überzeugender wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit fehlt. Dennoch hört man von persönlichen Erlebnisberichten, die das Gegenteil sagen – nach dem Motto: Bei mir hilft es aber. GPSP zeigt am Beispiel Kopfschmerzen, was persönliche Erfahrung vom wissenschaftlichen Nachweis unterscheidet.

Persönliche positive Erfahrungen: Wer bei Kopfschmerzen eine Tablette einnimmt, verspürt meist schon bald eine Linderung. Dies muss aber nicht allein an der Wirkung der Tablette liegen. Nicht selten verschwinden Kopfschmerzen nach einer Stunde von selbst oder weil man einen Spaziergang an der frischen Luft oder ein Mittagsschläfchen gemacht hat. Und statt einer Tablette mit Wirkstoff würde vielleicht auch eine andere, ohne jeglichen Wirkstoff, den gleichen Erfolg bringen. Alleine die Erwartung einer positiven Wirkung tut schon gut. Das nennt man Placeboeffekt. Eine persönliche positive Erfahrung kann also ganz verschiedene Ursachen haben und lässt sich deshalb nicht verallgemeinern. Denn jeder empfindet und reagiert anders.

Gebündelte Erfahrungen aus Studien: Um wahren Ursachen und Wirkungen auf den Grund zu gehen, brauchen wissenschaftliche Studien viele Teilnehmende. Diese werden in Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhält zum Beispiel ein Medikament, eine andere Gruppe ein Placebo oder ein anderes Medikament. Im Vergleich lässt sich dann erkennen, ob das Medikament besser wirkt als das Placebo oder das andere Medikament. Außerdem müssen „gute“ Studien nicht nur im Design wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, sondern die Ergebnisse auch mit anerkannten statistischen Methoden ausgewertet werden. Hat ein Medikament in mehreren guten Studien keinen größeren Nutzen als Placebo gezeigt, kann man davon ausgehen, dass es wirklich nicht hilfreich ist.

Christian Wagner-Ahlfs, Redaktionsleiter von GPSP, betont: „Erfahrungsberichte, wie wir sie oft in der Werbung finden, haben keine allgemeine Aussagekraft. Die haben nur methodisch gute Studien.“

Was wirklich gute Studien ausmacht, finden Sie im Originalartikel unter https://viagramonster.info/pages/archiv/jahrgang-2014/nr.-6-nov.dez.-2014/was-taugt-wissenschaft---aber-bei-mir-hilft-es-doch.php

 

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Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen 

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D-33602 Bielefeld 

 

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