Nervengift bei ständigem Blasendruck

Botox
© jodofe/ photocase.de

Es ist lästig, wenn die Blase ständig drückt – obwohl sie kaum gefüllt ist. Wenn der Drang dann so stark ist, dass der Harn oft nicht zu halten ist, kann es sich um eine überaktive Blase handeln. Menschen ab 40 trifft es häufiger – und dann besonders Frauen. Oft hilft schon Verhaltenstraining. Bringt das nichts, kann mit Medikamenten behandelt werden, etwa mit Anticholinergika. Inzwischen wird aber auch der Wirkstoff Botulinum-Toxin A eingesetzt. Dieses Nervengift ist als Botox® aus der Anti-Falten-Behandlung bekannt. Das Gesundheitsmagazin Gute Pillen - Schlechte Pillen zeigt, welche Vor- und Nachteile eine solche Behandlung hat.

Warum eine hyperaktive Blase über Nervenimpulse dem Gehirn zu oft oder zu früh „volle Kanne“ meldet, ist noch nicht komplett erforscht. Mit einem gezielten Verhaltenstraining (Toilettentraining) und einer Stärkung der Beckenbodenmuskulatur lassen sich aber gute Erfolge erzielen. Hilft das nicht, kann der Arzt oder die Ärztin Tabletten verordnen, etwa Anticholinergika, die die Nervenreize kurzzeitig unterdrücken. Andere Möglichkeit: Botulinum-Toxin A wird in die Blasenwand gespritzt. Das Nervengift dämpft dann für zirka ein halbes Jahr die Meldungen der Blase ans Gehirn.

Eine Studie zeigt, dass beide Behandlungsformen bei Frauen erfolgreich waren. Bei den unerwünschten Wirkungen gab es aber deutliche Unterschiede. Anticholinergika verursachten hauptsächlich einen trockenen Mund. Botulinum-Toxin A führte nicht selten zu Störungen bei der Blasenentleerung. Dann mussten sich die Teilnehmerinnen selbst katheterisieren, um die Blase zu entleeren. Außerdem waren Harnwegsinfektionen häufiger.

GPSP- Tipp: Dr. von Herrath: „Botulinum-Toxin A ist bei überaktiver Blase schwer zu dosieren und sollte nur dann in die Blasenwand gespritzt werden, wenn ein Blasen- und Beckenbodentraining nicht geholfen hat und eine Anticholinergika-Therapie ebenfalls erfolglos bzw. unverträglich war.“

Mehr zu den Diagnoseschritten und den Studienergebnissen finden Sie im GPSP, 1/2015, S. 12

 

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Die Veröffentlichung dieser Mitteilung ist kostenlos unter Angabe der Quelle www.viagramonster.info oder Gute Pillen - Schlechte Pillen 1/2015. Über Rückmeldung oder Beleg freuen wir uns.

Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen 
August-Bebel-Str. 62 
D-33602 Bielefeld
 

 

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