Königlicher Saft

© Devorce

Den Bienen dient Gelée Royale dazu, eine heranwachsende Königin zu füttern. Aber auch bei gesundheitsbewussten Menschen findet der Futtersaft Zuspruch als Nahrungsergänzung und für Kosmetika. Nach dem Motto „Was für Bienen gut ist, kann Menschen nicht schaden“ erhofft man sich sanfte Heilkraft aus der Natur. Die Zeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen weist darauf hin, dass die Verwendung auch mit Risiken verbunden ist.

Gelée Royale wird von den Bienen an Larven verfüttert, die zu Königinnen heranwachsen sollen. Im Handel erhältlich ist der weißliche Saft für junge Larven, der etwa eine Konsistenz von Joghurt hat. Die medizinische Anwendung kam in den 1950er Jahren bei Anhängern der Naturheilkunde in Mode. Ausschlaggebend war das Analogieprinzip: Wenn der Saft dafür sorgt, dass bei Bienen eine fruchtbare, eierlegende Königin heranwächst, die ihre Arbeiterinnen um ein Vielfaches überlebt, dann müssten in ihm wertvolle Inhaltsstoffe enthalten sein, die auch dem Menschen nützen. Man versprach sich eine hormonelle Wirkung – allerdings konnten inzwischen in Gelée Royale mit modernen Methoden keine Hormone in relevanten Mengen nachgewiesen werden.

„Mit dem heutigen Stand der Wissenschaft lässt sich keine Anwendung von Gelée Royale in der Therapie von Krankheiten begründen“, fasst Christian Wagner-Ahlfs von Gute Pillen - Schlechte Pillen den Kenntnisstand zusammen. Die Naturheilkunde verspricht zwar Hilfe bei Diabetes, Wundbehandlung, Heuschnupfen oder Wechseljahrbeschwerden, allerdings gibt es bisher nur Tierversuche und ein paar wenig überzeugende Studien mit Menschen.

Ebenfalls beliebt ist die Nutzung von Gelée Royale als Nahrungsergänzungsmittel, um den eigenen Körper zu stärken. Die europäische Kontrollbehörde EFSA ist hier in ihrer Regelung eindeutig: Anbietern des Königinnensafts ist es nicht erlaubt, mit Slogans wie „stärkt das Immunsystem“ oder „natürliche Widerstandskraft“ zu werben, da wissenschaftliche Nachweise für derartige unspezifische Behauptungen fehlen. (1,2)

Gute Pillen - Schlechte Pillen gibt zu denken, dass der Verzehr von Gelée Royale auch mit Risiken verbunden ist. Die enthaltenen Eiweiße können allergische Reaktionen auslösen. Der Bienensaft enthält unter anderem ein Eiweiß, das Allergien gegen Bienengift verursachen kann. Aus Australien sind Todesfälle bekannt, die in Zusammenhang mit dem Futtersaft gebracht werden. (3) Besser belegt ist die Gefahr von Hautreizungen durch Kosmetika: Zwei von zehn Personen sollen eine Kontaktdermatitis bekommen.

 

Weitere Informationen finden Sie

http://viagramonster.info/pages/archiv/jahrgang-2013/nr.-4-juliaugust-2013/gelee-royale.php

Pressemitteilung als PDF

 

Ansprechpartner für die Presse:

Dr. Christian Wagner-Ahlfs

 

[email protected]

 

Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen 
August-Bebel-Str. 62
D-33602 Bielefeld

 

 

 

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Quellen:
(1) EFSA (2010) Scientific Opinion. EFSA Journal 8(10) S. 1799
(2) EFSA (2011) Scientific Opinion. EFSA Journal 9(4) S. 2083
(3) BfR (2009) Einschätzung von Propolis und Gelée Royale. www.bfr.bund.de/cm/343/einschaetzung_von_propolis_und_gelee_royal.pdf

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Ausgabe 2018/03




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