Kassen-Knüller für die Pharmaindustrie

© suze/ photocase.de

Künftig können mehr Hepatitis-C-Patienten geheilt werden. Das ist eine gute Nachricht. Doch die Behandlungskosten, etwa mit Sofosbuvir, sind gigantisch. Und zahlen müssen sie die Krankenkassen. Sie rechnen mit bis zu 5 Mrd. Euro an Kosten für das Jahr 2014, das wäre fast ein Fünftel (!) aller Arzneimittelausgaben. Die Pharmaindustrie wird sich also mal wieder eine goldene Nase verdienen. Lässt sich da ein Riegel vorschieben?

Zirka 60.000 Euro kostet eine 12-wöchige Therapie mit dem neuen Wirkstoff Sofosbuvir. Weil derzeit in Deutschland für zirka 80.000 Menschen eine Behandlung mit dem teuren Wirkstoff in Frage kommt, müssen die Kassen ihre Sparschweine zur Ader lassen und dieses Jahr rund 5 Mrd. Euro an die Pharmafirma weiterreichen. Dabei kostet die Herstellung dieser Mittel pro Behandlungszyklus gerade mal zwischen 50 bis 100 Euro.

Bis zum 17. Januar 2015 haben die gesetzlichen Krankenkassen hierzulande nun Zeit, mit dem Hersteller über den Erstattungspreis zu verhandeln. Im Schnitt haben die Kassen bislang einen Rabatt von rund 20 Prozent erzielt. Damit würden die Beitragszahler auch künftig immer noch mit rund 4 Mrd. Euro jährlich belastet werden. Jörg Schaaber vom Gesundheitsmagazin GPSP: „Das ist unakzeptabel. Vor allem, weil der Hersteller Gilead den Preis noch nicht mal mit hohen Forschungskosten rechtfertigt, sondern mit den Kosten für die Übernahme der Firma, die Sofosbuvir entwickelt hat. Spekulative Geschäfte mit Arzneimitteln dürfen nicht auf Kosten der solidarischen Krankenversicherung gemacht werden.“

Noch dramatischer ist die Situation in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Dort sind die guten Pillen absolut unerschwinglich. Könnten wenigstens hier statt der teuren Originalpräparate günstige Nachahmerpräparate (Generika) angeboten werden, wäre die Chance da, mehr Patienten eine Heilung zu bescheren. Die „schlechte Pille“ ist aber, dass man nicht einfach so den Patentschutz der Originalmedikamente abschütteln kann.

Mehr zur Hepatitis C und den neuen Medikamenten finden Sie im GPSP -Originalartikel http://viagramonster.info/media/pdf/2014-05-06.pdf

 

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Die Veröffentlichung dieser Mitteilung ist kostenlos unter Angabe der Quelle www.viagramonster.info oder Gute Pillen - Schlechte Pillen 5/2014. Über Rückmeldung oder Beleg freuen wir uns.

Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen 
August-Bebel-Str. 62
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