Haarentfernung per Fotoepilation

 
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Hautbetäubende Creme vorsichtig dosieren

Viele Menschen entfernen unliebsamen Haarwuchs selbst, andere bezahlen eine Behandlung mit Laser oder Licht, die so genannte Fotoepilation. Sie erzielt länger andauernde Ergebnisse als das schlichte Rasieren, ist aber unangenehmer – oder sogar schmerzhaft. Oft wird daher zunächst eine hautbetäubende Creme aufgetragen. Meist handelt es sich um das Präparat Emla®. Vor dessen Risiken warnt die spanische Arzneimittelbehörde. Die Gesundheitszeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen erklärt, warum man nicht zu viel von dieser Creme auftragen darf.

Die hautbetäubenden Wirkstoffe der Emla® Creme dringen offenbar auch in tiefere Hautschichten ein, gelangen in das Blut und können dort den Blutfarbstoff so verändern, dass er weniger Sauerstoff transportiert (Methämoglobinämie). Das zeigen Berichte aus Spanien, wo von 11 Personen mit einer Methämoglobinämie immerhin 9 größere Mengen Emla® vor einer Fotoepilation benutzt hatten. Die Behörde warnt daher davor, zu viel Creme anzuwenden. Es sollten höchstens 60 g auf einer Fläche sein, die etwa so groß ist wie ein DIN A4 Blatt. Andernfalls könnten folgen einer Überdosierung auftreten. „Typische Anzeichen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Lethargie, Verwirrtheit und Atemnot“, sagt Wolfgang Becker-Brüser Gute Pillen - Schlechte Pillen.

Es ist vielleicht kein Zufall, dass die Warnung vor einer übermäßigen Anwendung der Emla® Creme aus Spanien und nicht etwa aus Skandinavien kommt, denn die Fotoepilation wirkt gerade bei dunklen Haaren gut, indem sie gezielt die Haarwurzeln in der Haut verödet. Aber auch in Deutschland wurde die Problematik der hautbetäubenden Creme deutlich: Ein drei Monate alter Säugling musste mehrere Tage lang beatmet werden, nachdem er vor einer geplanten Lasertherapie wegen einer Hauterkrankung mit etwa 25g Creme behandelt worden war.

Gute Pillen – Schlechte Pillen empfiehlt einen vorsichtigen Umgang mit Emla® und rät dazu, keinesfalls mehr Creme anzuwenden als die Produktinformationen angeben.

Einen Hintergrundartikel finden Sie unter

http://viagramonster.info/pages/archiv/jahrgang-2012/nr.-5-sept.okt.2012/betaeubende-emlar-creme-gefaehrliche-haarentfernung.php

 

Ansprechpartner für die Presse:
Wolfgang Becker-Brüser (Arzt und Apotheker)

[email protected]

Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen 
August-Bebel-Str. 62
D-33602 Bielefeld

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