Ein Erfolgsmodell in Gefahr

gpsp

Quelle: Eigenes Werk, Urheber:Cezary Piwowarski

 

Seit 2011 wird geprüft, ob Medikamente einen zusätzlichen Nutzen gegenüber etablierten Behandlungen bieten. Dieses Verfahren hat sich für neue Medikamente bewährt und sollte auch für ältere Medikamente verwendet werden. Die Zeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen befürchtet, dass SPD und CDU nun zurückrudern.

Ein Wortungetüm hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt: das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz, kurz AMNOG. Dieses Gesetz sorgt dafür, dass Hersteller in Deutschland für ihre Medikamente nicht jeden beliebigen Preis verlangen dürfen. Sie müssen nachweisen, dass ihr Produkt besser ist als bewährte Behandlungen. Dabei reicht es nicht aus, sich auf bestimmte Laborwerte zu berufen. Messlatte ist der wirkliche Nutzen für die Patientin oder den Patienten, etwa eine bessere Lebensqualität oder mit dem Medikament verlängerte Lebensdauer.

„Die bisherige Prüfung neuer Medikamente zeigt deutlich: Nicht alles was neu ist, ist auch wirklich besser“, stellt Bernd Mühlbauer von der Redaktion Pillen - Schlechte Pillen fest. Mindestens die Hälfte der so genannten Neuheiten bietet keinerlei Vorteil gegenüber den bewährten Medikamenten. Nach solchen Überprüfungen haben Hersteller in manchen Fällen schon darauf verzichtet, ihre Scheininnovationen in Deutschland überhaupt in den Handel zu bringen.

Die Bewertung des Zusatznutzens wurde bisher vorwiegend für neue Medikamente durchgeführt. Sie ist aber auch für Medikamente wichtig, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes, also vor 2011, zugelassen wurden. Wie nun bekannt wurde, wollen SPD und CDU diese wichtige Maßnahme zum Verbraucherschutz stoppen. (1) Da die Bewertung aufwändig und schwierig sei, wäre es doch einfacher, pauschal einen Rabatt mit der Pharmaindustrie auszuhandeln. Derzeit schreibt das AMNOG einen Zwangsrabatt von 16% auf alle patentierten Medikamente vor. Diese Regelung läuft zum Jahresende aus. Die Idee ist nun, diesen Zwangsrabatt zu verlängern und dafür auf eine Nutzenbewertung der bereits auf dem Markt befindlichen Produkte zu verzichten.

Wenn dieser Teil des AMNOG gekippt wird, spare das nur vordergründig Geld, befürchtet Bernd Mühlbauer. „Ziel der Arzneimittelpolitik muss es sein, den wirklichen Nutzen auch für solche Medikamente zu bestimmen, die bereits auf dem Markt sind. Das wäre ein wichtiges Signal, den Patienten die bestmögliche Therapie zu gewährleisten.“

 

Diese Meldung online:

https://viagramonster.info/pages/presse/pressemitteilungen.php

 

Weiterführende Informationen:

https://viagramonster.info/pages/archiv/jahrgang-2013/nr.-6-nov.dez.-2013/neue-arzneimittel-auf-dem-amnog-pruefstand.php

 

Pressemitteilung als PDF

 

Ansprechpartner für die Presse:
Prof. Dr. Bernd Mühlbauer

[email protected]

 

Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen 
August-Bebel-Str. 62
D-33602 Bielefeld

 

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Quellen:
(1) Timot Szent-Ivanyi, Der nächste Ablasshandel. Frankfurter Rundschau 28.Okt. 2013

 

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