24. Juli 2017

Zu viel, zu wenig, nicht geschüttelt

Dosierung von Antibiotika kann schieflaufen

© eyenigelen/ iStockphoto.com
© eyenigelen/ iStockphoto.com

Sind Kinder krank, wird es für Eltern immer anstrengend. Sie sind besorgt, müssen trösten und beruhigen, nachts Wärmflaschen füllen, Fieber messen und zwischendurch auch noch Medikamente geben. Vor allem bei Antibiotika, die oft als Arzneisaft daherkommen, fällt es vielen Eltern schwer, sie richtig zuzubereiten und zu dosieren. Über- oder Unterdosierung können ernste Folgen haben.

Sind die unterschiedlichen Dosierhilfen schuld? Oder fehlt es an Beratung? Vielleicht bringt auch die Abkürzung „ML“ gestresste Eltern durcheinander: Steht das Kürzel für Messlöffel oder Milliliter? Jedenfalls haben Eltern oft Probleme damit, flüssige Arzneimittel für Kinder richtig anzuwenden. Im Rahmen einer französischen Studie wurden 100 Erwachsene mit einem kranken Kind gebeten, Antibiotikasaft zuzubereiten und zu dosieren.1 Zunächst gelang es rund der Hälfte der Teilnehmer nicht, das Mittel richtig anzusetzen: Sie füllten zu viel oder zu wenig Wasser auf, schüttelten nicht lange genug, wodurch die Flüssigkeit klumpig blieb, oder warteten nicht, bis sich der Schaum abgesetzt hatte. Anschließend schaffte es jeder zweite Teilnehmer nicht, mit dem Dosierlöffel die richtige Menge Antibiotikasaft abzumessen.

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